brauchen

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brauchen (Konj. II) (Frage 4m)

Der vorgegebene kleine Kontext „Jemand versucht vergeblich, auf einen Baum zu steigen, gibt auf und sagt: Da … wir eine Leiter …. (Aber es ist keine da)“ zielte darauf, Konjunktiv II-Formen des Verbs brauchen zu erfragen. Als Antwortmöglichkeiten standen die Varianten brauchten, bräuchten, würden brauchen und täten brauchen (und ein Freifeld) zur Auswahl. Die umgelauteten Formen des Vollverbs, also ich/er/sie bräuchte, du bräuchtest etc. gelten vielen Grammatikern noch nicht als standardsprachlich (vgl. Duden-Zweifelsfälle 2007, 186, oder Wahrig-Zweifelsfälle 2003, 268.2). Wie die Karte zeigt, sind in der Alltagssprache die häufig für die geschriebene Standardsprache geforderten umlautlosen Formen ich/er/sie brauchte, du brauchtest in der Alltagssprache kaum zu hören. Als Grund für das Vordringen der umgelauteten Formen wird das Bestreben genannt, „den Konjunktiv II vom gleichlautenden Indikativ Präteritum abzuheben“ (ebd.), wie es ja zum Teil auch bei den Modalverben der Fall ist (z. B. konnte vs. könnte, vgl. Duden-Grammatik 2009, 627). Während man aber in einigen Grammatiken noch liest, dass diese umgelauteten Formen (bräuchte etc.) im süddeutschen Sprachraum häufiger seien (so etwa Weinrich 2003, 296), ist auf der Karte deutlich zu sehen, dass sie fast im gesamten Sprachgebiet verbreitet sind – auf jeden Fall im Norden wie im Süden Deutschlands. In Süddeutschland ist mancherorts auch die mit tun umschreibende Form, also täten brauchen, üblich. Diese Variante wurde aus den westlichen und südlichen Bundesländern Österreichs sowie aus Südtirol als häufigste bzw. insgesamt ortsübliche Form gemeldet. Daneben gab es aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auch vereinzelte Nennungen für die umschreibende Form mit würde (würde brauchen).