Apfelschorle/gespritzter Apfelsaft


Mischung von Apfelsaft und Mineralwasser (Frage 6k)

Für die Mischung aus Apfelsaft und Mineralwasser mit Kohlensäure ist in Deutschland, Ostbelgien, der Schweiz und Liechtenstein überall die Bezeichnung Apfelschorle üblich (zur Erklärung des Worts Schorle s. Karte 6j „Mischung von Weißwein und Mineralwasser“ ). Vor allem im Rhein-Main-Gebiet und in der Pfalz, außerdem verstreut in Baden-Württemberg, Bayerisch-Schwaben und Franken (und gelegentlich in anderen Regionen) wurde daneben das genauere Apfelsaftschorle angegeben. Ein Grund für diese Genauigkeit dürfte zumindest im Rhein-Main-Gebiet sein, dass hier auch Apfelwein mit Mineralwasser vermischt getrunken wird (vgl. die Karte 4-42  des WDU, wo nur in dieser Region eine Bezeichnung – und zwar Gespritzter – für dieses Getränk verzeichnet ist). Statt Apfel(saft)schorle sagt man in Österreich und Südtirol g(e)spritzter Apfelsaft, gelegentlich auch Apfelsaft gespritzt mit  Mineral(wasser) (zur Unterscheidung von auch getrunkenem Apfelsaft gespritzt mit Leitung(swasser). Die Grenze zwischen den Bezeichnungen entspricht wie bei der Weinschorle (Kt. 6j) genau den Staatsgrenzen. Die noch größere Einheitlichkeit sowie die Explizitheit der Ausdrücke weist hier schon darauf hin, dass das Vermischen von Apfelsaft mit Mineralwasser (vor allem um den Zucker- bzw. Kaloriengehalt zu senken) noch nicht so lange ein festes Konzept ist wie das Vermischen von Wein mit Mineralwasser (um den Alkoholgehalt zu senken); die Bezeichnungen lehnen sich an die Bezeichnungen für Letzteres an. Nach der Karte 4-42 des WDU kannte man vor gut 30 Jahren auch für die Mischung von Wein mit Mineralwasser in der deutschen Nordhälfte und in der Schweiz noch keinen bestimmten Ausdruck (unter dem man das Getränk z.B. im Lokal bestellt hätte). Wahrscheinlich im Zusammenhang mit zunehmendem Interesse an gesundheitsbewusster Ernährung wurden die Mischgetränke mit Mineralwasser beliebter und Apfelschorle/gespritzter Apfelsaft und andere mit Mineralwasser versetzte Säfte wurden (als gesündere bzw. naturbelassenere Alternative zu Limonadengetränken) auf Getränkekarten üblich und auch als fertige Mischungen abgefüllt erhältlich – damit haben sich auch nationale Varianten zur Benennung etabliert.