Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)


 

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Was wird erhoben?

In vielen deutschsprachigen Gebieten, vor allem in Norddeutschland, werden die traditionellen Dialekte nur noch von älteren Sprecherinnen und Sprechern verwendet, in anderen Regionen, z. B. dem Ruhrgebiet, sind sie fast vollständig aus dem Sprachgebrauch verschwunden. Regionale Unterschiede haben sich aber bis in die Standardsprache, das "Hochdeutsche", erhalten. Das betrifft lautliche Merkmale, besonders aber den Wortschatz. So sind im Hochdeutschen sowohl das eher im Nord(ost)en gebrauchte Sonnabend wie auch das eher in der Mitte und im Süden bevorzugte Samstag zugelassen (siehe 'Pilotprojekt', Karte Samstag/Sonnabend). Besonders deutliche regionale Unterschiede weist die Alltagssprache auf. Für den 'Atlas zur deutschen Alltagssprache' werden neben regionalen Varianten des Wortschatzes auch solche zur Aussprache, zu den grammatischen Formen oder auch zu Formen der Anrede erhoben.

Wieso und wozu?

Lebendige Sprachen wie das Deutsche befinden sich in ständigem Wandel. Mit dem Projekt "Atlas zur deutschen Alltagssprache" soll zum einen die aktuelle Vielfalt des Deutschen erfasst und anschaulich auf Karten dargestellt werden; die Art der Datenerhebung und Kartierung schließt damit an den "Wortatlas der deutschen Umgangssprachen" von Jürgen Eichhoff an, der von 1977-2000 in vier Bänden erschien (und einen Ergänzungsband von Peter H. Nelde zu den "deutschen Umgangssprachen in Belgien" aus dem Jahr 1987). Durch den Vergleich der alten mit den entsprechenden neuen Sprachkarten aus der gegenwärtigen Interneterhebung können zum anderen Veränderungen des Sprachgebrauchs in den letzten 30-40 Jahren nachvollzogen werden. Die Daten schaffen damit die Grundlage für Aussagen zur aktuellen Variation wie auch zu Entwicklungstendenzen des Deutschen.

Wie wird erhoben?

Die verschiedenen regionalen Varianten werden über Internetumfragen, also per indirekter Methode, an zahlreichen Orten im deutschsprachigen Raum erhoben. Dabei wird nicht nach der individuellen Gebrauchsform der Internetnutzer gefragt, sondern nach dem "normalen ortsüblichen Sprachgebrauch". In den Umfrageformularen, die online zugänglich sind und auch online ausgefüllt werden, gibt es zu jeder Frage sowohl vorgegebene Antwortmöglichkeiten als auch ein Freitext-Feld, in dem weitere Angaben gemacht werden können.

Betreuer des Projekts?

Prof. Dr. Stephan Elspaß, Universität Salzburg, und Prof. Dr. Robert Möller, Université de Liège, haben das Projekt "Atlas zur deutschen Alltagssprache" initiiert und betreuen die Umfragerunden seit 2003. An der Erstellung der Fragebögen und Karten der verschiedenen Umfragerunden haben als studentische Hilfskräfte in Augsburg und Salzburg mitgewirkt Raphael Doderer, Benjamin Lang, Nina Ruisinger, Marion Flach, Sebastian Maier und Sandra Grübler.

Geographische Daten bereitgestellt durch GeoPostcodes.com.