naschen

f2_10

naschen (Frage 10)

Das Wort naschen, das mit nagen verwandt ist, ist in allen deutschsprachigen Ländern außer der Schweiz bekannt und in den meisten Gebieten auch die gebräuchlichste Variante. Allen anderen Varianten ist eine lautliche, vielleicht lautmalerische (das Schmatzen imitierende?) Eigenheit gemein: Sie beginnen mit schn- oder schl-. Im Süden des Sprachgebiets (vor allem im Osten und Süden der Schweiz, in Baden-Württemberg, in Südtirol, Kärnten und im Salzburgischen) ist schlecken sehr gebräuchlich. Regional bevorzugt sind schlickern (im Nordwesten), schnausen (an der Mosel und in der Westschweiz), schneken und schnösen/schnökern (in Rheinland-Pfalz), schnucken (in Nordhessen) sowie schnuppen (am Niederrhein und in Nordfriesland, vgl. niederländisch snoepen). Eine unregelmäßige Verteilung zeigt die – zudem meist als Nebenform genannte – Variante schnabulieren, die im 16./17. Jahrhundert als scherzhafte Bildung zu Schnabel entstand (Duden-Etymologie, Pfeifer).