lecker


Unter dem Titel "Lecker, lecker, lecker!" wurde in der Süddeutschen Zeitung die rapide Ausbreitung des "Modewortes" lecker (zu lecken) in Süddeutschland beklagt und mit der Macht der Werbesprache erklärt (Arno Makowsky, SZ vom 4./5.5.2002, abgedruckt im Rundbrief des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte e.V., 9/2002); allerdings sprach auch Goethe schon von leckern Speisen. Ein Nord-Süd-Gefälle ist in den Karten zwar noch zu erkennen, aber nur schwach.

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lecker (I) (Frage 8a)

Zunächst war gefragt, ob man "auf die Frage der Bedienung in der Pizzeria o. ä., ob das Essen geschmeckt hat", sagen würde: "Danke, es war sehr lecker". Die entsprechende Karte zeigt die größte Dichte von "ja"-Meldungen im Kölner Raum und entlang der niederländischen Grenze. Darüber hinaus wäre diese Antwort aber offenbar im gesamten bundesdeutschen Gebiet üblich (südlich des Mains etwas schwächer als nördlich), während in Österreich und in der Schweiz nur vereinzelt positive Meldungen vorkommen.

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lecker (II) (Frage 8b)

Die zweite Karte (Gebrauch des Wortes, wenn man mit einem Kind spricht, z. B.: "Oh, du hast ein Eis! Lecker!") macht aber deutlich, dass lecker in der Verwendung gegenüber Kindern auch im Süden geläufiger ist (und im Norden noch uneingeschränktere Zustimmung findet). Das Wort wird demnach außerhalb des Nordwestens vielfach (noch) mit "Kindersprache" assoziiert - dagegen wird es im Nordwesten nicht nur neutral in der Bedeutung 'wohlschmeckend' verwendet, sondern z. T. sogar noch allgemeiner als positives Adjektiv oder Adverb (nicht nur lecker Mädsche (Köln), sondern auch lecker warm - im Niederländischen sogar lekker fietsen 'schön radeln' u. ä.).