sich ausgehen

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sich ausgehen (Frage 3a)

Wenn man ausdrücken will, dass die Zeit oder der Platz (oder auch eine zu verteilende Menge von etwas) ausreicht, z.B. bei einer Terminvereinbarung: („Ich muss noch etwas einkaufen. Aber dann können wir uns treffen"), verwendet man im Südosten des Sprachgebiets die Wendung Das geht sich aus oder Das geht sich noch aus. Ganz üblich ist diese Wendung besonders in ganz Österreich und in Südtirol, daher wird sie auch gerne als typisch für das Deutsche in Österreich angeführt, auch in der Negation, z.B. Das geht sich nicht aus, Das geht sich nie und nimmer aus u.a.

Im Westen dieses Gebiets zeigt sich eine scharfe Grenze zwischen Vorarlberg (üblich) und der Schweiz (unüblich), und auch nördlich angrenzend in Baden-Württemberg und Bayerisch Schwaben wurde „unüblich“ angegeben. Weiter östlich stimmt die Grenze des Geltungsgebiets dagegen nicht mit der Staatsgrenze überein, auch in Ober- und Niederbayern ist der Ausdruck in einem breiteren Grenzstreifen zu Österreich ganz üblich, und nordwestlich anschließend wurde noch bis in die Oberpfalz hinein häufig angegeben, dass man ihn manchmal höre. Diese Wendung ist hiernach also nicht nur in Österreich gebräuchlich, sondern im bairischen Dialektraum darüber hinaus - in dessen deutschem Teil allerdings nicht so uneingeschränkt wie in Österreich (auch in der Nähe zu Österreich steht auf deutscher Seite mehrfach als Zweitmeldung manchmal neben üblich), und umgekehrt wird sie in Österreich auch in den alemannischen Gebieten verwendet. Zu prüfen wäre noch, ob diese geographische Verteilung komplementär zur Verteilung der etwa gleichbedeutenden Wendungen Das kommt (noch) hin bzw. Das kommt (noch) aus ist. Interessant ist jedenfalls, dass das maximale Verbreitungsgebiet von Das geht sich aus (inklusive der Orte, wo „manchmal“ angegeben wurde) sich ziemlich genau mit dem Gebiet deckt, wo auch bei der Zurückweisung einer Position bzw. der Aufforderung, „Vernunft anzunehmen“, das Verb gehen statt kommen verwendet wird: A geh, das glaubst du doch selbst nicht! statt Ach komm, ... (vgl. AdA 3. Runde, Frage 5d).